VfL Stenum e.V.
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Aus der Vereinsgeschichte

Der VfL Stenum e.V. feierte im Jahr 1997 sein 50-jähriges Bestehen, Dies gibt Anlaß Rückschau zu halten auf ein halbes Jahrhundert Sportgeschichte im Raum Stenum, Schierbrok, Rethorn und umzu. Wie fing eigentlich damals alles an? Diese Frage kann wohl am besten durch die wichtigsten Auszüge aus dem Protokoll der Gründungsversammlung vom 28.07.1947 beantwortet werden. Verhandelt und beschlossen wurde folgendes: Im Auftrage der an der Gründung eines Turn- und Sportvereins in Stenum für die Ortschaften Stenum, Schierbrok, Rethorn, Schönemoor und Elmeloh interessierten Sportfreunde eröffnete Kamerad Heinrich Janson um 20.30 Uhr die Versammlung. Zur Frage: Ist es überhaupt möglich und hat es Zweck, in Stenum einen solchen Verein ins Leben zu rufen?, nahm der Kreissportvorsitzende Walter Stolle, Ganderkesee, in einer Ansprache Stellung. Er führte u.a. aus, daß nach demokratischen Grundsätzen jederzeit und in jeder Ortschaft ein Verein gegründet werden kann, ganz gleich, ob dieser fünf oder 500 Mitglieder zählt. Er begrüßte sehr den Entschluß der Sportfreunde in Stenum und Umland und versprach, dem neu entstehenden Verein, so gut wie möglich die Stütze zu geben, die er in der heutigen schweren Zeit für den Anfang braucht. Er betonte aber auch, daß es in erster Linie bei den Mitgliedern des Vereins liegt, das nun einmal begonnene Werk durch aktive Mitarbeit zum Gelingen zu bringen. Sinn und Aufgabe des Vereins sei es, vor allem, die Jugend körperlich und geistig zu stählen, sie zu erziehen und sie von diesem oder jenen Untugenden abzuhalten. Jugend könne aber nicht von der Jugend erzogen werden. Diese Aufgabe obliege den älteren, erfahrenen Kameraden. Der Kreissportwart Christian Mahlstedt, Hoykenkamp, unterstrich die Ausführungen des Kreissportvorsitzenden und fügte hinzu, daß es nicht schwer sei, einen Verein zu gründen, wohl aber schwer sei, ihn vor allem in der heutigen schweren Zeit aufrecht zu erhalten, zumal es an Geräten und an all dem mangele, was ein solcher Verein nun mal braucht. Vieles ließe sich aber durch Beiträge der Vereinsmitglieder oder durch ausleihen von anderen Vereinen machen. Wie sich der Betrieb gestalten soll, liege in der Hand des Vereins. Zur körperlichen Ertüchtigung dürfe aber die Gymnastik nicht fehlen. Er appellierte an einen gesunden Aufbau des Vereins, in dem die Politik ausgeschaltet bleiben und jeder Zwietracht und Hader fern gehalten werden muß. Lebhaft begrüßt wurden die Ausführungen des 1. Vorsitzenden des Turnvereins Bookholzberg, Wilhelm Rüdebusch, in denen er einen Barren, ein Pferd und Spannreck in Aussicht stellte. Mit der Leitung der Wahl des Gesamtvorstandes wurde der Kreissportvorsitzende Walter Stolle beauftragt. Durch Mehrheitsbeschluß wurden gewählt zum:



1.Vorsitzender:Georg Sprung, Stenum
2.Vorsitzender:Heinrich Wachtendorf, Schierbrok
Sportwart:Heinrich Janson, Stenum
Schriftwart:Dieter Abel, Schierbrok
Kassenwart:Wilhelm Meyer, Schierbrok
Jugendwart:Otto reinders, Schierbrok
Frauensportwartin:Hanna Steimke, Stenum
Gerätewart: Karl Neupert, Stenum



Kamerad Stolle wies darauf hin, daß damit der Verein wohl gegründet, die Genehmigung aber noch unter Vorlage einer Satzung bei der Gemeinde und beim Kreissportamt in Oldenburg einzuholen sei. Es wurde beschlossen, dem Verein folgenden Namen zu geben:
Verein für Leibesübungen Stenum
Abkürzung: VfL Stenum

Auf der Gründungsversammlung waren laut Anwesenheitsliste 58 Personen zugegen.

Dietrich Abel
Schriftwart



Als am 28.07.1947 der Verein für Leibesübungen Stenum von 58 Sportinteressierten in Backenköhlers Saal gegründet wurde, hatten wir zwar den 2. Weltkrieg hinter uns; aber die schweren Nachkriegsjahre noch vor uns. Sich zu dieser Zeit, trotz des leeren Magens, für den Sport einzusetzen, bedurfte wirklich des Aufraffens. Aber ich glaube, daß wir diese Aufgabe, die wir uns damals gestellt haben, Leibesübungen zu betreiben, sowie die Gemeinschaft und Kameradschaft untereinander zu pflegen, gut gelöst haben. In den Anfängen des Vereins waren weder Platz, Gerät noch Unterkünfte vorhanden. So nach und nach wurde uns dann durch eigene Initiative, durch Entgegenkommen der Ortsbewohner, der Gemeinde Ganderkesee, dem Kreis Oldenburg-Land und den Sportverbänden, geholfen. Der Sportbetrieb (Leichtathletik und Faustball) wickelte sich zuerst auf dem Schulplatz in Rethorn ab. Turnen durften wir in Backenköhlers Saal. Die Sportplatzfrage wurde zunächst dadurch gelöst, daß uns Ww. M. Kruse, Stenum, eine Weide am Kehnmoor (heute im Wiesengrund) zur Verfügung stellte. Das war ein großer Erfolg für uns; denn nun konnten wir auch Handball Spielen. Auf dieser Wiese wurde 1948 das 1. Stiftungsfest abgehalten, den ganzen Tag herrschte buntes Leben und Treiben.


Diese Weide war aber kein guter Sportplatz, so daß wir schnell für Abhilfe sorgen mußten. Nach vielen Verhandlungen wurde uns eine Sandkuhle - unser jetziges Sportplatzgelände bei Gaststätte Lüschen - angeboten, die wir uns selber herrichten sollten. Wir griffen zu und bauten diese Sandgrube im Jahre 1948/49, zunächst nur mit Schubkarren, dann mit Schienen und Loren, zu einer ebenen Sportplatzfläche aus. Wir haben auf diese Weise per Hand 1.000 cbm Erde transportiert. Wer erinnert sich noch an diesen lehmigen Kiesberg? Manch ein Schüppenstiel wurde zerbrochen. Nach Fertigstellung haben wir unseren Sportplatz bei Lüschen, den wir auch VfL-Kampfbahn „Gelbe Erde" nannten, am Himmelfahrtstag 1949 mit einem Fußballturnier eingeweiht. Was noch fehlte, waren Umkleideräume und eine Turnhalle. Aber auf beides mußten wir noch lange warten. Erst 1955 konnten wir dies Projekt in Angriff nehmen. Wir kauften uns eine alte Baracke und bauten sie oben am Sportplatz wieder auf. Wie waren wir stolz auf unsere Turnbaracke mit Waschraum. Ja, sogar eine Handpumpe zum Wasser fördern, angeschlossen an eine Regenwasserzisterne, war vorhanden



Leider stellte sich bald heraus, daß der Turnraum, der keinen festen Fußboden hatte, zum Turnen nicht geeignet war. Alle Bemühungen, für unsere Turner eine neue Bleibe zu finden, waren erfolglos. Es begann eine schwere Zeit. Der Turnbetrieb mußte für mehrere Jahre eingestellt werden. Zu dieser Zeit wurde nur noch Fuß- und Faustball im Verein gespielt. Die Mitgliederzahl, die 1949 bereits 240 Mitglieder betrug, sank bis auf 64 im Jahre 1957 herab. Es wurde still um den VfL Stenum. Aber ab 1958 ging es wieder aufwärts. Junge Kräfte übernahmen die Führung des Vereins. Sie hatten sich als Ziel gesetzt, die räumlichen Vorraussetzungen zu schaffen, um einen ordnungsgemäßen Sportbetrieb durchführen zu können. Zuerst wurde 1963/64 unser jetziges Sportheim mit Platzwartwohnung mit einem Kostenaufwand von 33.000 DM gebaut. Von den Vereinsmitgliedern wurden 2.600 Stunden. in Eigenleistung erbracht. Eine beachtliche Tat, zumal alleine von den 5 Mitgliedern: K.H. Walter, A. Palubitzki, H. Drusell, W. Wandersee und H. Weete 2000 Stunden gearbeitet worden sind. Diese Leistungen sind besonders zu würdigen, da sie auf freiwilliger Basis erfolgten und der jungen Generation als gutes Vorbild für gemeinschaftliches Schaffen innerhalb unseres Vereins gelten. Die Handballabteilung nahm 1963 ihren Spielbetrieb erfolgversprechend auf, den sie leider 1968 wieder einstellte. Als nächstes großes Projekt stand nun die Neuanlegung eines Rasenplatzes an. Hierzu wurden 1.500 cbm Mutterboden benötigt, um überhaupt einen Rasenplatz anlegen zu können. Die Kosten für diese Neuanlage betrug 40.OOODM. Dieser Wunsch wurde uns durch große finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde Ganderkesee, dem Kreis Oldenburg-Land und dem Landessportbund sowie die nicht unerheblichen Eigenleistungen des Vereins ermöglicht. Am 15.09.1967 wurde der neue Platz mit einem A-Jugendspiel der Bezirksklasse eingeweiht.



Gleichzeitig im Herbst 1967 wurde die von der Gemeinde Ganderkesee errichtete Turnhalle bei der Schierbroker Schule vollendet und uns für Übungszwecke mit zur Verfügung gestellt. Das sportliche Treiben, das bis dahin nur im kleinen in unserem Sportheim durchgeführt werden konnte, erblühte nun zu vollem Leben. Es bildeten sich die verschiedensten Abteilung neu im Verein: Geräteturnen, Gymnastik, Leichtathletik, Tischtennis und das Kinderturnen, das einen breiten Raum einnahm. In diesem Jahr 1967 stieg die Mitgliederzahl sprunghaft von 185 auf 381 Mitglieder. Am 16.06.1968 veranstaltete der VfL Stenum das Gau-Kinder-Turnfest für den Turngau Delmenhorster Geest. Für die 400 Kinder war es bei fast unerträglicher Hitze ein großartiges Erlebnis und für den VfL ein großer Erfolg, der ihm auch vom Gau-Oberturnwart bestätigt wurde. Das Sportheim wurde 1973/74 mit einem Kostenaufwand von DM 40.000 DM erweitert. Somit konnten die sanitären Anlagen, sowie der Schiedsrichter- und Ballraum eingerichtet werden. Beispielhaft sind die ca. 1.200 Arbeitsstunden, die von unseren Mitgliedern geleistet wurden, besonders ist Hans Knese mit 200 Std. zu erwähnen. In allen Abteilungen unseres Vereins herrschte regen Leben. Der Sportbetrieb nahm ständig zu, so daß die vorhandenen Sportstätten nicht mehr ausreichten. Unser nächstes Ziel war daher die Errichtung eines weiteren Sportplatzes. Hierzu haben wir 1975 zwei Grundstücke gepachtet und sie 1976 mit einem Aufwand von 59.400 DM einschließlich Flutlichtanlage zu unserem Sportplatz II ausgebaut.



1976 konnten wir Heike Becker als 500. Mitglied im Verein begrüßen. Aufgrund meiner Initiative verbinden uns seit 1978 freundschaftliche und sportliche Beziehungen zu unseren dänischen Freunden in Stenum. Die regelmäßigen Treffen zu Pfingsten sind immer ein tolles Erlebnis für alle Beteiligten. Sie sind ein fester Bestandteil in unserem Vereinsleben, den keiner mehr missen möchte. Aus zunächst flüchtigen Bekanntschaften sind längst feste Freundschaften geworden, mit den Mitgliedern des Sportvereins Idreatforening Tolstrup-Stenum.

H. Weete und H. Knese im Gespräch mit Frau Stiening, stv. Bürgermeisterin, und KayAndersen

Als 750. Mitglied kam 1980 Lutz Zenker zu uns in die Faustballabteilung. Nach reiflicher Überlegung haben wir 1980 zum Wohle der Mitglieder unser mit viel Fleiß und Ausdauer errichtetes Sportheim an die Gemeinde Ganderkesee übertragen, ohne dass das Nutzungsrecht des VfL dadurch beeinträchtigt wurde. Unsere Faustballer, Volleyballer und Jugendfußballer können seit 1981 in der neu errichteten wunderschönen Sporthalle in Heide ihren Sport ausüben. Dies gab allen Abteilungen enormen Aufschwung. Aus Anlaß meiner 25-jährigen Tätigkeit als Vereinsvorsitzender gab der VfL Stenum am 16.04.1983 einen großen Empfang, an dem viele Spitzenvertreter der Kommunen und des Sports teilnahmen. An diesem Tag, es war ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte, wurde dem scheidenden 1. Vorsitzenden und dem VfL von allen Rednern bescheinigt, daß der Verein mit seinem vielseitigem Angebot für das gesundheitliche und seelische Wohl der Bürger vom Krabbelkind bis ins hohe Lebensalter auf dem richtigen Weg ist. Dies gibt Mut für die Zukunft. Der in Rekordzeit, nicht zuletzt durch das große Engagement der Mitglieder des VfL, fertig gestellte 3. Sportplatz, Baukosten DM 56.000,-, wurde am 04.08.1984 mit einem Fußballspiel - Bremer Prominenten-Elf mit Ex-Nationalspielern gegen VfL 1. Mannschaft - unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit eingeweiht. FIFA-Schiedsrichter dieses Spiels war der prominenteste Gast, Walter Eschweiler aus Bonn, vor mehr als Tausend Zuschauern.

VfL Stenum Sportplatzeinweihung 4. August 1984

Das 40-jährige Bestehen unseres Vereins haben wir mit unseren noch lebenden Gründungsmitgliedern, den Frauen und Männern der ersten Stunde und dem Bürgermeister Christian Schack in unserem Vereinsheim gefeiert, dem sich eine sportliche Festwoche vom 6. - 14.6. 1987 auf dem Sportplatz anschloß.


Durch die Errichtung des 4. Sportplatzes, auf dem wir 1989 eine Trainingsbeleuchtung einbauten, ist nun unsere Sportplatzanlage komplett und reicht zur Zeit für einen ordnungsgemäßen Trainings- und Spielbetrieb. Für fünf Herren-, eine Damen- und neun Jugendmannschaften aus. Unser Sportheim wurde 1995/96 von der Gemeinde Ganderkesee, mit einem Kostenaufwand von 180.000 DM, plus unserer Eigenleistung, erweitert, in dem die nicht mehr zeitgemäßen Sanitär- und Umkleideräume im Keller und im Erdgeschoß neu erstellt wurden. Zu unserem 50-jährigen Vereinsjubiläum steht uns nun eine vorbildliche Sportanlage mit Sportheim zur Verfügung. Bei den Bürgern, der Gemeinde Ganderkesee, dem Landkreis Oldenburg und dem Landessportbund Niedersachsen fanden wir immer wieder Helfer in materieller und finanzieller Hinsicht bei der Ausführung unserer vielseitigen Aufgaben. Ihnen sei nochmals an dieser Stelle herzlich gedankt. Als 1.000. Mitglied kam 1993 Kerstin Langer geb. Laube, zu uns in die Damenfußballmannschaft. Bei allen bisher geschilderten Ereignissen und Aktivitäten des Vereins sollten einige besondere und alljährlich stattfindende Veranstaltungen doch besonders genannt werden. Sie werden immer wieder von unseren Sportlern, ehrenamtlich, mit großem Engagement organisiert und durchgeführt. Zu nennen ist das Volleyballturnier für alle Vereinsmitglieder am Jahresanfang, das Maibaumsetzen am Vereinsheim, die Faustballturniere auf dem Sportplatz und in der Halle, das große internationale Jugendturnier, die Fahrten mit den Jugend- und Seniorenmannschaften nach Dänemark, Frankreich, Holland, Österreich und Spanien, die Vorbereitung und Abnahme der Leistungen für das Sportabzeichen , der Vereinsball usw., Auch der Sport unterliegt dem Wandel der Zeit. Er dringt immer mehr in die Lebensbereiche aller ein. Die alten Ideale vom Kampf und Sieg werden verdrängt durch Gesundheitsdenken , Spaß und Geselligkeit. Der Sporttreibende von heute möchte auch ein offenes Angebot von kreativem Handeln verbunden mit gleitender Zeiteinteilung. Wir haben uns diesem Trend zu stellen. Ich denke, das Sportangebot unseres Vereins ist richtungsweisend, selbst ohne Fitnesscenter. Der VfL ist mit seinem Übungsangebot auf dem richtigen Weg für Hobby, Freizeit und Gesundheit und hat sich vorgenommen, neben den heute angebotenen Sportarten:

FAUSTBALL, FUßBALL, JUGENDFUßBALL, KINDERTURNEN, FRAUENGYMNASTIK, SENIORENTURNEN, ELTERN-KIND-TURNEN, DANCE-GYM, JAZZDANCE, FREIZEITSPORTGRUPPE MÄNNER, SPORTABZEICHEN, HERZSPORTGRUPPE, WIRBELSÄULENGYMNASTIK, KEGELN, TISCHTENNIS, VOLLEYBALL, YOGA UND WANDERN

das Sportangebot ständig zu erweitern. Von einem kleinen Dorfverein wurde in den fünfzig Jahren ein recht großer Sportverein mit einem vielseitigen Sportangebot, der in seinem Jubiläumsjahr voraussichtlich das 1.200 Mitglied begrüßen kann.

Helmut Weete

Die Mitglieder hören gespannt dem Bericht des Vorstandes der Jahreshauptversammlung zu.